Und was steht im
Bebauungsplan? Nachzulesen nach dem "Klick" auf der rechten
Seite:
"Die letzten 30 Jahre im Rückblick"
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Kapitel 2 | Die erste
urkundliche Erwähnung 1011 – Die Keimzelle der Neustadt entsteht
Wochenende 2 | 4./5. Juli 2026
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Im Jahr 1011
wird auf der sandigen Anhöhe am Fernweg eine erste einfache Stiftskirche
errichtet. Das ist der Moment, ab dem wir sicher wissen: Hier entsteht etwas Dauerhaftes.
Aber was genau
entsteht da? Kein Dorf im heutigen Sinne. Eher eine kleine Gemeinschaft rund um
die Kirche – Geistliche, Handwerker, Bauern. Sie leben zusammen, bewirtschaften
das Land, beten, arbeiten.
Was
das mit heute zu tun hat? Eine Raumkante begrenzt eine Fläche in der Stadt. Die
Straße, die heute „Johannisfreiheit“ heißt, verläuft genau entlang der Grenze
dieser ersten Siedlungsfläche. Sie ist nach aktuellem Forschungsstand die
älteste noch erkennbare Raumkante in Osnabrück – mindestens 500 Jahre älter als
der Marktplatz in der Altstadt.
Typisch für
Siedlungen dieser Zeit: Die Kirche steht im Mittelpunkt, und um sie herum
bildet sich eine kreis- oder ellipsenförmige Fläche. Ein Schutzring. Innerhalb
dieses Rings: Lebensraum, Gärten, Wege. Außerhalb: Felder, Sümpfe, der Fernweg.
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Darstellung: Klaus Meinert |
Das Stift St. Johann Dunkelgrün: Siedlungsfläche, mit den heute noch vorhandenen
Fundamenten der ersten Stiftskirche Braune Linie: Die heutige Wegeverbindung Johannisfreiheit Braun gestrichelt: Aus archäologischen Untersuchungen abgeleitete
Verlängerung der Siedlungsbegrenzung Schwarze Kreuze: Erster Friedhof (archäologisch nachgewiesen) |
Westlich der Kirche, also dort wo heute die Johannisstraße verläuft,
erstreckte sich nach Einschätzung des ehemaligen Leiters der Stadtarchäologie
Bodo Zehm ein weiträumiger, platzartiger Raum. Kein enger Weg, sondern eine
offene Fläche – vergleichbar mit dem, was man heute einen Kirchplatz nennen
würde.
Archäologische
Funde bestätigen dieses Bild: Unter dem heutigen Westwerk der Johanniskirche
wurden 43 Gräber freigelegt – auf einer Fläche von nur 20 Quadratmetern, in
einer 1,3 Meter starken Schicht. Die ältesten Bestattungen reichen
möglicherweise noch vor die Kirchengründung zurück.
Nach Süden hin
war die Siedlung wahrscheinlich durch eine künstliche Befestigung geschützt. Im
Norden, Westen und Osten übernahmen die feuchten Niederungen diese Aufgabe. Im
Osten war das der Riedenbach. Den sieht man heute nur noch am Schölerberg, dann
verschwindet er in der Kanalisation. Lange Zeit war er bis in die Stadt hinein
sichtbar. Ungefähr dort, wo heute noch die Neue Mühle steht, floss er in die
Hase.
Diese erste
Siedlungsfläche – Kirche, Friedhof, Schutzring – ist der Ursprung von allem,
was danach kommt. Und ihre Grenze ist bis heute im Stadtbild ablesbar: Als
leicht geschwungene Linie, die wir heute Johannisfreiheit nennen.
Frage zum
Nachdenken:
Wusstest Du, dass die Johannisfreiheit
500 Jahre älter ist als der Marktplatz in der Altstadt? Stell Dir das bunte
Treiben auf dem Platz bei der Stiftgründung vor. Wo anders in Osnabrück ist
eine solche Vergangenheit heute im Stadtbild noch so nah? Sprich darüber – mit
Freunden, mit Familie, mit Kandidatinnen und Kandidaten vor der Wahl.
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Nächste Woche: Um 1240 – Eine neue Stadt wächst - und wird größer als Du denkst
Mitmachen: Rund um die Johannisfreiheit passiert
gerade einiges. Informier Dich – und mach mit: www.openpetition.de/!hcyhc
